Da kommt man als Elternteil bisweilen gar nicht mehr mit: Gerade noch lag das Baby gemütlich im Stubenwagen und ein paar Monate später robbt es schon wie wild über das Parkett. Und dass dieser Gemüsebrei-Vernichter noch vor kurzem das zarte Wesen an Mamas Brust gewesen sein soll, kann man sich gar nicht mehr vorstellen. Im ersten Lebensjahr passiert so viel. Das Baby lernt von Tag zu Tag mehr von der Welt kennen. Es beginnt den Kopf zu heben, zu krabbeln und zu sitzen, es gewöhnt sich an die Beikost, bekommt die ersten Zähnchen und beginnt die Umwelt zu entdecken.
Stillen und Beikost
Die anfänglichen Unsicherheiten beim Stillen sind der Routine gewichen und die meisten Mütter genießen es, ihrem Kind die Brust zu geben. Neben den vielen gesundheitlichen und natürlich auch praktischen Vorteilen, die das Stillen mit sich bringt, erleben Frauen vor allem die enge Bindung zwischen sich und dem Baby besonders intensiv.
Nach fünf bis sieben Monaten kommt allerdings der Zeitpunkt, an dem mit der Beikost angefangen werden soll. Ab dem Alter von circa sechs Monaten reichen die in der Muttermilch enthaltenen Nährstoffe nicht mehr alleine aus und das Zufüttern kann beginnen. Experten empfehlen als idealen Beikostbeginn einen Gemüsebrei, der dann auch später mit Kartoffeln sowie Fleisch und Fisch angereichert wird. Zusammen mit der Muttermilch oder auch der Säuglingsmilch ebnen Sie damit Ihrem Baby auf idealste Weise den Weg in die Welt der festen Nahrung.
Zähne
Mit der Einführung in den geschmacklichen Kosmos des Essens kommen oft auch die ersten Zähnchen. Die Pioniere sind meistens die unteren Schneidezähne, die sich irgendwann nach dem sechsten Lebensmonat durch den Kiefer kämpfen. Und das kann den Sprösslingen mitunter richtig wehtun. Ständiges Sabbern, knatschiges Gequengel und durchwachte Nächte – die meisten Eltern kennen das oft anstrengende Procedere, wenn die ersten Zähne durchbrechen.
Wichtig ist auch schon im ersten Lebensjahr: Gewöhnen Sie Ihr Kind an das Zähneputzen! Auch wenn erst zwei oder vier Zähnchen da sind, können sich bereits jetzt Kariesbakterien festsetzen.
Gesundheit
Vor dem ersten Geburtstag stehen insgesamt sechs U-Untersuchungen beim Kinderarzt an (wobei die U1 gleich im Kreißsaal beziehungsweise bei einer Hausgeburt in den eigenen vier Wänden erfolgt). Hier wird nicht nur die körperliche Entwicklung (Größe, Gewicht, etc.) des Kleinen dokumentiert, sondern auch – je nach Alter – ganz bestimmte Funktionen überprüft. So werden nach einem halben Jahr bei der U5 die motorischen und geistigen Entwicklungen untersucht. Bei der U6, also kurz vor dem ersten Geburtstag, überprüft der Kinderarzt die Sprachentwicklung und das Spielverhalten. Auch die ersten Impfungen (Grundimmunisierung durch Sechsfachimpfstoff) sind bereits innerhalb der ersten zwölf Monate ein Thema. Und natürlich kann auch Ihr Kind von den ersten Krankheiten heimgesucht werden: Dreitagefieber, Durchfall, Mittelohrentzündung, Husten, Schnupfen und Co. können zu so mancher durchwachten Nacht führen.
Bisweilen gestaltet sich der Arztbesuch bei der U6 als etwas schwierig, da dieser Check oftmals in die Fremdelphase fällt. Aber keine Sorge: Das ist eine ganz natürliche Entwicklungsstufe im Leben Ihres Babys. Mamas Rockzipfel oder wahlweise Arm ist in den ersten zwölf Monaten einfach die sichere Bastion für den Säugling, der plötzlich zwischen vertrauten und fremden Personen zu unterscheiden vermag.
Entwicklung
Lassen Sie sich nicht verunsichern von den exakten Vorgaben, was Ihr Kind in welchem Monat des ersten Jahres alles können muss. Natürlich gibt es körperliche Funktionen, die ganz automatisch eintreten – das dreidimensionale Sehen verbessert sich, Muskulatur entwickelt sich, das Köpfchen hebt sich, das Kind lernt greifen, zupacken und vieles mehr. Aber ob Ihr Baby nun mit zehn oder elf Monaten bereits Ihr CD-Regal ausräumt, sagt nichts über eine verzögerte Kindesentwicklung aus. Denken Sie immer daran: Jedes Kind hat sein eigenes Tempo.
Sandra Schmid / www.baby-und-familie.de;
28.10.2009, aktualisiert am 01.06.2011
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